Die Vorbereitungen für die Schlacht dauerten Monate: Generäle und ihre Stäbe entwarfen Pläne; Pferde, Traktoren und Soldaten brachten Tausende schwerer dreizehn Tonnen wiegender Geschütze in Stellung; Aufklärungsflugzeuge kreisten über den deutschen Linien; endlose Züge aus pferdegezogenen Versorgungswagen transportierten Artilleriegranaten und Munitionskisten an die Front; Hunderttausende Soldaten aus dem gesamten Britischen Empire – von den Orkneyinseln bis zum Punjab – füllten die Schützengräben an der Front und die rückwärtigen Unterstützungsstellungen.
All dies geschah zur Vorbereitung des großen Angriffs, der den Kriegsverlauf scheinbar entscheidend verändern sollte.
Am 1. Juli 1916, nach dem gewaltigsten Bombardement, das die britische Artillerie bis dahin je abgefeuert hatte, begann die Schlacht an der Somme.
Die Somme war bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs von strategischer Bedeutung. Während des sogenannten „Wettlaufs zum Meer“ im Herbst 1914 stießen französische und deutsche Truppen in der Region aufeinander. In der Schlacht von Albert versuchte die französische 10. Armee zwischen dem 25. und 29. September 1914 die deutschen Linien zurückzudrängen, während die deutsche 6. Armee Gegenangriffe führte. Nach den Kämpfen erstarrte die Front im Raum Thiepval und Albert zu einem ausgedehnten Stellungskrieg. Über Monate hinweg entstanden Schützengräben, Bunker und Verteidigungsanlagen, die das Landschaftsbild dauerhaft veränderten.
Im Jahr 1915 blieb die Somme weitgehend ein Abschnitt des festgefahrenen Grabenkrieges. Beide Seiten verstärkten ihre Stellungen und bereiteten sich auf größere Offensiven vor. Die Front verlief nahezu unverändert, während Artillerieduelle, Patrouillen und kleinere Angriffe weiterhin täglich Opfer forderten.
1916 rückte die Somme ins Zentrum der alliierten Kriegsplanung. Ursprünglich sollte hier eine gemeinsame Großoffensive Frankreichs und Großbritanniens stattfinden, um die deutschen Linien entscheidend zu durchbrechen. Doch der deutsche Angriff auf Verdun im Februar 1916 zwang die Alliierten, ihre Strategie anzupassen. Die Somme-Offensive sollte nun vor allem deutsche Truppen von Verdun abziehen und die dort bedrängten französischen Streitkräfte entlasten.
Am 1. Juli 1916 begann die Schlacht an der Somme nach tagelangem Artilleriebeschuss. Bereits der erste Tag ging als der verlustreichste Tag in die Geschichte der britischen Armee ein: Rund 57.000 britische Soldaten wurden verwundet, vermisst oder getötet. Dennoch setzte sich die Offensive über Monate fort. Britische, französische und Truppen des gesamten Britischen Empires kämpften gegen tief gestaffelte deutsche Verteidigungsstellungen. Erstmals kamen in größerem Umfang Panzer zum Einsatz, die jedoch noch unter technischen Problemen litten.
Bis zum Ende der Schlacht im November 1916 konnten die Alliierten zwar Geländegewinne erzielen, ein entscheidender Durchbruch blieb jedoch aus. Die Verluste waren auf allen Seiten enorm. Insgesamt forderten die Kämpfe an der Somme über eine Million Tote, Verwundete und Vermisste. Für Frankreich wurde Verdun zum Symbol des nationalen Opfers, während die Somme bis heute einen zentralen Platz im kollektiven Gedächtnis Großbritanniens und der Commonwealth-Staaten einnimmt.
Auch in den Jahren 1917 und 1918 blieb die Region um die Somme umkämpft. Nach dem deutschen Rückzug auf die Hindenburg-Linie veränderte sich die Front erneut. Während der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 wurden viele Gebiete der Somme nochmals zu Schlachtfeldern. Erst die alliierten Gegenoffensiven im Verlauf des Jahres führten zu einem stetigen Rückzug der deutschen Streitkräfte. Die sogenannte Hunderttageoffensive leitete schließlich das Ende des Krieges ein.
Mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 endeten die Kämpfe. Zurück blieb eine verwüstete Landschaft aus Granattrichtern, zerstörten Dörfern und unzähligen Soldatenfriedhöfen. Die Somme wurde zu einem der bedeutendsten Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs und steht bis heute als Symbol für die Opfer, die Zerstörung und die industrielle Dimension des modernen Krieges.
Die Somme-Offensive im Juli 1916 sollte den Kriegsverlauf entscheidend verändern. Monatelang wurde die Offensive vorbereitet: Geschütze, Munition und Soldaten wurden an die Front verlegt. Aufklärungsflugzeuge überwachten die deutschen Linien, während Versorgungszüge unablässig Nachschub brachten. Hunderttausende Soldaten füllten Schützengräben und rückwärtige Stellungen. All dies geschah zur Vorbereitung des großen Angriffs, der nach einem gewaltigsten Bombardement, das die britische Artillerie bis dahin je abgefeuert hatte, am 1.Juli 1916 begann. In den kommenden Monaten kämpften britische, französische und deutsche Soldaten in einem Inferno aus Artilleriefeuer, Schlamm und Stacheldraht. Der erhoffte Durchbruch blieb aus, stattdessen forderte die Schlacht enorme Verluste auf allen Seiten.
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Der Erste Weltkrieg stellte nicht nur eine militärische und politische Zäsur dar, sondern wirkte auch als Katalysator tiefgreifender Veränderungen in der Fotografie. Als Fotograf und Historiker mit Schwerpunkt auf dem Ersten Weltkrieg zeigt sich deutlich: In den Jahren ab 1914 wandelte sich die Fotografie von einem schwerfälligen, technisch anspruchsvollen Verfahren zu einem mobilen Massenmedium – mit nachhaltigen Folgen für Bildberichterstattung und Propaganda.
Zu Kriegsbeginn dominierten noch großformatige Kameras mit Glas-Trockenplatten. Diese seit den 1880er-Jahren etablierten Aufnahmemedien waren schwer, zerbrechlich und für den Einsatz im Feld kaum geeignet. Der Stellungskrieg machte ihre Nachteile offensichtlich. Rollfilm und Film Packs (Planfilm) setzten sich rasch durch, da sie leichter, robuster und einfacher zu handhaben waren. Dieser technische Umbruch ermöglichte erstmals eine breitere fotografische Praxis auch jenseits professioneller Ateliers.
Parallel dazu erkannte das Militär die Macht der Bilder. Ab 1917 unterwarf das deutsche Bild- und Filmamt (BUFA) sämtliche Veröffentlichungen einer strengen Zensur. Der Erste Weltkrieg wurde damit zum ersten umfassenden Propagandakrieg, in dem Fotografien gezielt zur Meinungslenkung eingesetzt wurden. Kampfszenen entstanden häufig als Nachstellungen; eigene Verluste blieben tabu. Ähnliche Mechanismen lassen sich in allen kriegführenden Staaten beobachten.
Gleichzeitig förderte der Krieg die Verbreitung kompakter Kameras. Modelle wie die Kodak Vest Pocket Camera, als „Soldaten-Kamera“ beworben, machten das Fotografieren mobil und alltäglich. Trotz technischer Einschränkungen erlaubten sie spontane Aufnahmen und veränderten den Blick auf den Krieg – insbesondere in privaten Fotografien, die heute eine wichtige historische Quelle darstellen.
Der Erste Weltkrieg markiert somit den Übergang von der schweren Glasplattenfotografie zur flexiblen Filmkamera und von der dokumentarischen Aufnahme zur medial gesteuerten Bildpolitik. Viele Grundzüge moderner Bildberichterstattung – Mobilität, Inszenierung und Manipulation – haben hier ihren Ursprung.