Ganz in der Nähe von Thiepval, einem kleinen französischen Dorf in der Picardie mit etwas mehr als 100 Einwohnern, steht eines der ergreifendsten Denkmäler für die Millionen Opfer des Ersten Weltkriegs. Das über 50 Meter hohe Monument erhebt sich am Ufer des Ancre, eines Nebenflusses der Somme. Auf seinen Wänden wird der mehr als 72 000 britischen Soldaten gedacht, die immer noch vermisst sind und nicht in den Kriegsgräberstätten liegen, die im Tal der Somme über die Landschaft verstreut sind – 72 000 Menschen, deren Leichen nie identifiziert wurden.
Die verschollenen britischen Toten machen nur einen Bruchteil der Soldaten aus, die im Ersten Weltkrieg in der Schlacht an der Somme getötet wurden.[ Zwischen Juli und November 1916 gab es dort mehr als eine Million Verluste Allein am ersten Tag der Schlacht, dem 1. Juli 1916, gab es beinahe 70 000 Verluste. Viele Tote wurden nie geborgen.
Zehn Autominuten von Thiepval entfernt, auf der anderen Seite der Landstraße, die heute zu der wohlhabenden französischen Stadt Amiens führt, liegt der deutsche Soldatenfriedhof Fricourt. Unter seinen schwarzen Kreuzen sind 17 000 deutsche Soldaten begraben, ebenfalls nur ein Bruchteil der 160 000 Deutschen, die dort starben.